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Was wir im Jahr 2017 gelernt haben ...

Was wir im Jahr 2017 aus beispielhaften Projekten und Begegnungen gelernt haben:

  • welches Interesse das UK-Brexitministerium an der Kooperation in Europa hat (Think Tank Projekt)
  • wie queere Communities funktionieren (Partizipationsprozess für einen Landesaktionsplan)
  • warum ehrenamtliches Engagement in der Flüchtlingshilfe auch 2017 nicht abgenommen hat (Ehrenamtsstudie in einem großen Bundesland)
  • welche guten Gründe ein Minister haben kann, seine Dienstreise um einen Tag zu verlängern (Reputation Management)
  • wie die Rücklaufquote bei Dunkelfeldstudien gesteigert werden kann (Online Survey)
  • wie wichtig es ist, dass Verbandsmanager solide Kenntnis von Statistik haben (Coaching)
  • dass Coalition Building im Hochschulsektor eine ganz eigene Dynamik entfalten kann (regionales Third Mission Projekt)
  • warum sich Kommunen mit systematischer Evaluation schwertun (Beratungsprojekt)
  • warum immer mehr Auftraggeber auf maßgeschneiderte Freelancer-Teams setzen – statt auf etablierte Agenturen (Beratungsprojekt)
  • welchen Beitrag Spiele und Simulationen in der Ideenentwicklung für Organisationen und Verbände liefern können (Hochschulprojekt)
  • und vieles mehr…

Interview mit Joachim Klewes über Trends 2018

 

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Joachim Klewes

Das Jahr ist noch jung – was sind für Sie die wichtigsten Trends im Jahr 2018?

Das kommt darauf an, welche Perspektive ich auf die entscheidenden Entwicklungen anlege. Schaue ich auf Megatrends, die wohl alle Menschen in den entwickelten Gesellschaften beeinflussen werden? Da gibt es gute Übersichten, etwa von TrendExplorer in Hamburg, die 16 maßgebliche Megatrends auflisten. Knapp ein Drittel davon sind in meinen Arbeitsfeldern enorm relevant, etwa der Trend zur „Distrust Society“ oder die Entwicklungen im Bereich „Attention Economy“ oder „Connected World“.

 

Das liest sich sehr abstrakt – was können Sie oder Ihre Klienten damit anfangen?

Meine Erfahrung zeigt, dass die Beschäftigung mit Trends besonders nützlich ist, wenn die Megatrends oder auch Subtrends mit einer konkreten Zeitperspektive und einer konkreten Fragestellung verbunden werden. Beispiel: Was bedeutet ein Subtrend wie die Entwicklung von „remote care“ für die Weichenstellungen unserer Klinik in den nächsten zwei Jahren? Oder: Wie können wir in unserer Kommune in den kommenden fünf Jahren gegensteuern, wenn es um die Bevölkerungsbewegung vom Land zur Stadt geht?

 

Geht es in Ihren Projekten eher um technische oder gesellschaftliche Trends?

Ich finde, beide hängen immer zusammen, das ist eine künstliche Trennung. Mir geht es um die Folgen für eine konkrete Organisation, also für ein Unternehmen, ein Ministerium, eine Kommune oder eine NGO. Bei vielen Unternehmen, gerade bei StartUps, stehen eher technische Trends im Kontext der Digitalisierung im Zentrum. Aber auch dann geht es mir um die Veränderungen im konkreten Handlungsfeld der Organisation.

 

Haben Sie dabei eine bestimmte Vorgehensweise, zum Beispiel eine Methode, die sich besonders bewährt hat?

Wir haben einen gut gefüllten Methoden-Baukasten. Wir orientieren also das Vorgehen an der konkreten Aufgabe. Das kann eine klassische qualitative oder quantitative Studie sein, wenn es um die Trend-Affinität oder Trend-Akzeptanz bei einer bestimmten Gruppe sein. Oder klassische Bewertungsverfahren als Teil von strategischen Prozessen mit der Leitungsebene. Oder auch kreative, spielerische Methoden, wenn es gilt Ideen zu finden, wie die richtige Antwort auf den Trend aussieht. Wir haben allein für Workshops eine eigene Datenbank mit weit über 100 Tools, die jeweils für bestimmte Ziele und Einsatzbedingungen besonders geeignet sind. Also z.B. für eine bestimmte Gruppengröße und -konstellation, für mehr oder weniger Zeitbedarf, für das Finden vieler oder das Vertiefen einiger Ideen.

 

Und zum Schluss, was sind die drei größten Fehler, die man bei der Auseinandersetzung von Trends machen kann?

Erstens: Zu glauben, ein Trend trifft immer nur auf die anderen zu, nicht auf die eigene Organisation. Zweitens die Annahme, dass ein Trend einfach so passiert und nicht gestaltbar ist, also Fatalismus. Und drittens: Mangelnde Radikalität bei den eigenen Ideen oder der eigenen Strategie. Ich sage nicht, dass jede weit reichende oder fundamental neue Idee auch realisiert werden kann – aber das Eindampfen zu einem machbaren Ansatz passiert meist ganz von allein.